Das Schützenlied

Franz von Schober, 1826 ( 1796 – 1882 )  –  Jägerlied aus Siebenbürgen

Ich schieß den Hirsch im wilden Forst,
im tiefen Wald das Reh,
den Adler auf der Klippe Horst,
die Ente auf dem See,
kein Ort der Schutz gewähren kann,
wo meine Büchse zielt
und dennoch hab ich harter Mann die Liebe auch gespürt.

Kampiere oft zur Winterzeit,
in Sturm und Wetternacht,
hab überreift und überschneit,
den Stein zum Bett gemacht,
auf Dornen schlief ich wie auf Flaum,
von Nordwind unberührt,
und dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt.

Der wilde Falk ist mein Gesell‘,
der Wolf mein Kampfgespann,
der Tag geht mir mit Hundsgebell,
die Nacht mit Hussa an,
Ein Tannreis schmückt statt Blumenzier,
den schweißbedeckten Hut,
und dennoch schlug die Liebe mir ins wilde Jägerblut,

Ich sah dem Freund dahin gestreckt,
vom wilden Keilers Zahn,
ich hab in selbst zu Grab gebett,
doch keine Träne rann,
Mit Hussa ging’s den Berg hinab,
mit Hussa in das Tal
und dennoch weint ich harter Mann an meines Liebchens Grab,

Und wenn der letzte Tag anbricht,
die Büchse nicht mehr knallt,
dann ruf ich lebe wohl zu dir,
du schöner Deutscher Wald,
und wenn der jüngste Tag bricht an,
dann steig ich aus dem Grab,
und wieder geht’s mit Hussa dann ins wilde Tal hinab

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