Das Fenster von St. Viktor

Die Viktorkirche war bis zur Gründung der Kirchengemeinde St. Joseph im Jahr 1964 auch die Pfarrkirche für die Dülmener Siedlungen Fleigenkamp, Luchtkamp und Haverland, sowie für die Gebiete um Nordmann und um das Hochfeld. Damit gehörte der Schützenverein Kohvedel seit seiner Gründung im Jahre 1928 dieser „Urpfarrei“ des Bistums Münster an. 1951 bereits wurde das in den Märztagen von 1945 völlig zerstörte Gotteshaus, vorab das Kirchenschiff, wiederaufgebaut. Der Turm erhielt erst 1958 sein heutiges bekanntes Gesicht.

Betritt man von Westen das Kirchenschiff, bemerkt man über sich in der Außenwand kleine Rundbogenfenster, die zu Dreiergruppen zusammen gefasst sind. Die Fenstergründe sind mit Grauton- Material verglast, das mittlere Fenster der einzelnen Gruppe ist durch ein besonderes Symbol deutlich hervorgehoben. Zwei schmale, nach oben strebende Weißglasstreifen rahmen das übrige Feld ab, und vereinigen sich mit einem Rundbogen. Im Kreis ist das eigentliche Symbol dargestellt. Diese Fenster sind Stiftungen von Dülmener Vereinen und Familien. Schaut der aufmerksame Betrachter im Inneren der Kirchenschiffes zur Nordwand hoch, und richtet er seinen Blick auf das linke Rundbogenfester, so fällt sogleich ein Wappenzeichen auf.

Der aus braunen Grundtönen gestaltete Rinderkopf mit dem darunter aus Blauglas gebildetem Hirtenhorn ist das uns allen bekannte Vereinswappen; das Fenster selbst eine Stiftung des Schützenvereins Kohvedel e.V. Gewidmet ist das Fenster unserem Schutzpatron St. Sebastian. Sein Namenszug in lateinischer Schrift ist im unteren Bereich zu erkennen.

Es war die Zeit, in der der seit 1937 „amtierende“ Schützenkönig Alfons  Hülk  die Kohvedeler nach 13-jähriger Pause zur Wiederaufnahme ihres Vereinlebens aufrief.
Die Entstehung dieses Fensters lässt sich auf eine Generalversammlung in der Gaststätte Wiemann- Havestadt zurückführen, die sich lt. einem Artikel in der Dülmener Zeitung vom 17. November 1950 „ eines außerordentlich guten Besuches erfreute“. Im Rahmen dieser Versammlung machte der neu gewählte Vorsitzende Alfons Hülk den Vorschlag, für den Wiederaufbau der St. Viktorkirche ein Kirchenfenster zu stiften. Dieser Vorschlag fand bei allen Anwesenden einen lebhaften Anklang. Der Wunsch war zu zeigen, dass  man über die vielen und recht schönen Feste nicht vergisst, auch einmal für eine gute Sache ein Opfer zu bringen.
Leider lassen sich Planung und Kosten nicht mehr ermitteln. Bedauerlicherweise gilt das Gleiche für Künstler und Hersteller. Der interessierte Kirchenbesucher aus Dülmen, der im Einzugsbereich des Kohvedel wohnt, und der Pfarrei St. Joseph angehört, wird beim Blick zum Fenster jetzt wissen, was dieses Symbol bedeutet.

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